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Achtung! Hartwich — Lustig? Gar nicht…

Sonntag, 24. Februar 2008 · 3 Kommentare

Daniel Hartwich ist der neue Shootingstar am Comedy-Himmel — jedenfalls laut RTL-Pressemitteilung. Die Quoten der „satirischen Comedy-Show“ sprechen eine andere Sprache…

Daniel HartwichZugegeben — es ist schwer im Comedy-Bereich etwas Neues zu bieten. „Achtung! Hartwich“ macht sich diese Mühe gar nicht erst und setzt auf etablierte Bausteine gastgeberfokussierter Late-Shows: Freche Interviews mit Prominenten auf dem Roten Teppich, das Überprüfen dubioser Werbeversprechen und ein paar sendereigene Gesichter als Gäste im Studio — alles schon mal dagewesen, nur leider irgendwie besser.

Der Grund des Übels liegt dabei weniger im bunt zusammengeklauten Konzept, sondern vielmehr beim Moderator der Sendung. Etwas unflätig ausgedrückt: Jeder pickelige 13-jährige, der in seine Handykamera furzt und das Ergebnis bei YouTube hochlädt, hat mehr komödiantisches Talent als Hartwich. Die lustigen Sprüchlein seiner Autoren lernt er brav auswendig und schmettert sie selbstsicher und voll Inbrunst ins Publikum — beinahe arrogant wirkt er dabei. Sein Timing ist allerdings grauenhaft und sobald es darum geht, spontan und auf sich allein gestellt eine unterhaltsame Antwort zu produzieren, stellt ihn jeder noch so mickrige C-Promi in den Schatten. In der ersten Sendung verkündete Hartwich den Wunsch, einmal in der Klatschpresse erwähnt zu werden. Studiogast Ross Antony bot selbstlos Hilfe an und küsste den Moderator spontan mitten auf den Mund. Dieser war daraufhin so perplex, dass er sich erst mehrere Sekunden sammeln musste, bevor ihm eine mäßig originelle Replique einfiel.

Fremdscham ist daher leider das überwiegende Gefühl beim Anschauen der Sendung. Ein Beispiel: Hartwich fragt Sir Ben Kingsley auf dem Roten Teppich, ob er wisse, dass er in Deutschland von einer 80-jährigen Oma synchronisiert werde. Dieser antwortet, dass er seine Synchronstimme bereits persönlich kennengelernt habe. Ein derart missglückter Scherz dürfte gern der Schnittschere zum Opfer fallen, zumal Hartwich durch weiteres Nachfragen die Situation nicht lustiger macht. Aber wenn nichts Besseres im Kasten ist…

Natürlich gibt es auch schöne Momente mit Hartwich: Wenn der „Shootingstar“ mit blankgezogenem „Hartwichtelchen“ durch Kölns Fußgängerzone spaziert und sich so nebenbei als eines der seltenen männlichen Exemplare mit Cellulite outet, dürfte jeder Frau vor Mitgefühl ganz warm ums Herz werden. Doch im Ernst: Wirklich nett gibt sich Hartwich, wenn er seinen weiblichen Gästen am Ende der Sendung einen Blumenstrauß überreicht — ein bißchen altmodisch, aber eben auch sehr sympathisch.

Drücken wir Hartwich die Daumen, dass er seine Leistungen verbessern kann und noch die Kurve kriegt. Angesichts des Quotenabsturzes in Woche 3 (nur 6,7 % Marktanteil beim Gesamtpublikum und 9,7 % in der Zielgruppe) könnte ihm die Zeit knapp werden. Aber wahrscheinlich übernimmt eh Dauergast Ross Antony die Moderation des Formats — dann hätte er Hartwich sogar im doppelten Sinn die Show gestohlen. ■

http://www.quotenmeter.de/index.php?newsid=25560
 

Kategorien: RTL
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